Making Of – Imagefilm Bosch Sicherheitssysteme

In diesem Imagefilm haben wir verschiedene Filmtechniken gemischt, um einen Übergang von der realen Welt in eine eher abstrakte Miniaturwelt zu schaffen. Der gesamte Film ist eine flüssige Kamerafahrt vom Anfang in der Campusszene über die virtuelle Welt im Kreisel bis zum Sicherheitsbeamten an seinem Schreibtisch. Hier haben wir dann aber doch noch zwei kleine Schnitte ganz zum Schluss eingebaut.

Was haben wir konkret gemacht? Nach der ersten Konzeptionsphase gab es ein Storyboard, auf diesem aufbauend wurde an den Details gearbeitet. Wie kann die Kamera fliegen, welche Bildausschnitte sind optimal, was ist technisch machbar etc.

Anfangs-Campusszenerie, Final shot
Anfangs-Campusszenerie, Final shot

In der Anfangsszene, der Campusszene, ist alles CG bis auf die Personen, die herumlaufen und stehen. Die Menschen haben wir im Green-Screen-Studio gefilmt und dann „freigestellt“ (Keying). Die Häuser und Architektur in der Umgebung sind komplett im 3D-Programm entstanden, auch die Bäume, Vögel etc. sind alle CG.

Den wichtigsten Part bildete hier unter anderem die virtuelle Kamera. Es musste von unten, mitten auf dem Platz angefangen, eine weiche und flüssige Kamerafahrt bis nach oben in den Büroraum sichergestellt werden und von dort aus dann übergehen in die Miniaturwelt des Kreisels. Sobald die Kamerafahrt in Modo animiert war, konnten wir alle Elemente in Nuke zusammenfügen (Compositing). Hier lag die Schwierigkeit insbesondere darin, die Personen so in die Szene einzufügen, dass man nicht merkt, dass es eigentlich nur flache „Plates“ sind die wir im Raum platziert hatten. Diese Tatsache mussten wir in der Kamerafahrt von Anfang an berücksichtigen, denn CG-Personen kamen hier nicht infrage.

Kameraflug in die Stadt
Kameraflug in die Stadt

Der große Hauptteil des Filmes fand innerhalb des Kreisels statt, in einer hellen Miniaturstadt. Zu klein sollte die Stadt nicht wirken, deshalb mussten wir hier überlegen, wie wir es schaffen, eine große Stadt mit vielen Häusern und Details zu schaffen, ohne dabei aber Gefahr zu laufen extreme Modeling- und Renderingzeiten zu generieren. Denn auch hier gab es natürlich eine Deadline.

Am Ende sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass hier wohl Element 3D von Videocopilot in After Effects am besten funktionieren würde. Auch weil gerade zum Projektstart die Version 2 herausgekommen war mit neuen Features wie Raytraced Shadows und vielen anderen wichtigen Neuerungen, ohne die es wohl nicht mit dieser Technik funktioniert hätte. Der große Vorteil von Element 3D in After Effects im Vergleich zu anderen 3D-Programmen ist einfach der schnell sichtbare Fortschritt. Man sieht das Endergebnis (fast) sofort im Viewport und muss nicht erst viele Passes rendern. Das hat die Arbeitsweise deutlich beschleunigt, und wir konnten die Kamerafahrt auch während des Prozesses immer wieder anpassen und dann auch relativ zeitnah im finalen Look beurteilen. Da wir mit der Kamera hauptsächlich um Objekte herumfliegen wollten und keine komplexen Animationen von Objekten und Personen beabsichtigten, konnten wir das mit Element 3D gut realisieren.

Vernetzung der Sicherheitssysteme mit Plexus
Vernetzung der Sicherheitssysteme mit Plexus

Zusätzlich zu Element 3D haben wir das Plug-in Plexus von aescripts verwendet, um die Signale und Vernetzung der Sicherheitssysteme darzustellen. Hier war wichtig, die Kamerafahrten wieder so zu wählen, dass nicht allzu viele Überschneidungen vorkamen, denn Plexus und Element 3D sind immer noch 3D-Effekte auf verschiedenen 2D-Ebenen in After Effects.

Die 3D Koordinaten für einen Ausgangspunkt (3D Null) einer Vernetzung kann man sich aus Element erzeugen, alle weiteren Nullobjekte haben wir dann ausgehend von diesem Startpunkt dupliziert und verschoben, dann die Nullobjekte animiert und mit Plexus Beams verbunden. Eine sinnvolle und strenge Benennung der Nullobjekt-Ebenen ist hier sehr wichtig, denn es sind ziemlich viele geworden am Ende. So konnten wir aber sehr genau bestimmen, wie sich die Signale verhalten und die Vernetzung sich aufbaut.

3D-Kamerafahrt in After Effects
3D-Kamerafahrt in After Effects

Hier sieht man einen Ausschnitt des grünen Kamera-Pfades, an dem die Hauptkamera entlang fährt. After Effects ist nicht ideal, um komplexe und lange 3D-Kamerafahrten zu machen, denn es gibt keinen echten 3D-Viewport. Man muss also in der viergeteilten Ansicht alles genau begutachten und Stück für Stück bearbeiten, zusätzlich natürlich noch im Graph-Editor Anpassungen vornehmen. Dann sind noch Zielpunkt und Kameraposition aufeinander abzustimmen – und man bekommt irgendwann eine schöne Kamerafahrt hin. Änderungen inmitten der Fahrt waren also oft mit etwas aufwendigeren Pfad- und Graph-Anpassungen verbunden.

Da alle 3D-Ebenen, -Objekte und -Effekte in dieser Komposition mit dieser Kamera vereinbart werden mussten, sind es schnell viele Ebenen geworden. Am Ende waren es ca. 560 Ebenen in der Hauptkomposition, in der alle Animationen stattfanden. Das führte dazu, dass „alles gleichzeitig anzeigen“ nicht mehr ohne sehr, sehr, seeeehr lange Wartezeiten möglich war. Also mussten wir die Komposition stückweise vorrendern und dann in einer weiteren Komposition wiederum alles zusammenfügen und das finale Compositing machen.

Hier geht’s zum Projekt und dem fertigen Film:

Bosch Sicherheitssysteme - Imagefilm 2015